In den vergangenen Tagen führte bereits Orkantief „Ylenia“ zu Tausenden Feuerwehr- und Notfall-Einsätzen im gesamten Bundesgebiet. Viele Bäume stürzten um, auf den Straßen kam es zu Unfällen mit einigen Toten und Verletzten. Der Bahn- und Flugverkehr kam in Norddeutschland in weiten Teilen zum Erliegen. Allein die Berliner Feuerwehr rückte bis Donnerstagabend zu rund 1300 Einsätzen aus.
Der Großteil der Strecken im Bahnverkehr war am Freitag wieder befahrbar. Insbesondere zwischen Berlin und Hamburg sowie zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen fuhren wieder Fernverkehrszüge, wie die Bahn mitteilte.
Dennoch kommt es weiterhin wegen gesperrter Streckenabschnitte im Fernverkehr zu Einschränkungen. Gleichzeitig ist die Sturmfront längst nicht überstanden. Tief Zeynep steht in den Startlöchern. Die Deutsche Bahn stoppt wegen des heraufziehenden Orkantiefs sukzessive ihren Fern- und Regionalverkehr in weiten Teilen Norddeutschlands.
Die teilweise höheren Windgeschwindigkeiten könnten zu erneuten Einschränkungen im Bahn- und Flugverkehr sorgen. Die Deutsche Bahn bittet ihre Fahrgäste auf der offiziellen Homepage, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung auf bahn.de oder in der hauseigenen App DB Navigator zu informieren.
FOCUS Online rät: Nutzen Sie die App der Bahn, um immer auf dem Laufenden zu bleiben und zügig über Einschränkungen oder alternativen Routen informiert zu werden. Google Maps oder die App Karten von Apple sind nicht immer auf dem neuesten Stand.
Wer zahlt, wenn die Bahn nicht fährt?
Die Deutsche Bahn trägt für das Wetter keine Schuld. Sie kann aber aus Sicherheitsgründen entscheiden, die Züge an den Bahnhöfen zu lassen. Dadurch kommt es zu Fahrplanabweichungen und Ausfällen. Auch Anschlusszüge sind deshalb betroffen. Reisende sollten immer vor Abreise prüfen, ob ihr Zug überhaupt fährt.
Ist Ihnen die Wetterlage zu unsicher, können Sie kostenfrei stornieren oder die Reise kostenlos bis einschließlich 26. Februar verschieben. Die Bahn schreibt auf ihrer Homepage „Sie können Ihr Ticket noch bis zu sieben Tage nach Störungsende (27.02.2022) nutzen. Sie können einfach in den Zug einsteigen, die Zugbindung ist aufgehoben.“
Diese Regeln gelten:
Bei einem Zugausfall erstattet die Bahn in der Regel den gesamten Ticketpreis.
Bei einer Verspätung von einer Stunde bekommt der Reisende eine Erstattung des Ticketpreises von 25 Prozent. Die Hälfte des Ticketpreises gibt es ab einer Verspätung von 120 Minuten. Am Bahnhof oder im Kundenservice können Ihnen Mitarbeiter genau sagen, wie Sie an die Erstattung kommen. Nutzen Sie auch die App der Bahn, dort gibt es ein entsprechendes Formular.
Bei Rückfragen rufen Sie den Kundenservice der Bahn unter der Telefonnummer 08000 99 66 33 an.
Was ist, wenn mein Flug storniert wird?
Auch Flüge fallen wegen den heftigen Sturmböen im Norden aus. Die Lufthansa hatte allein am Donnerstag vorsorglich 20 Flüge annuliert. Auch am Wochenende könnte sich das im Extremfall wiederholen. Die Lufthansa plane erst einmal ohne weitere Stornierungen, so ein Unternehmenssprecher am Donnerstag gegenüber dem Branchendienst Aero. FOCUS Online sagt: In weiten Teilen Norddeutschlands kann es aufgrund des aufziehenden Orkantiefs zu Annullierungen kommen.
Airlines müssen grundsätzlich bei einem Sturm für eine zumutbare Ersatzbeförderung sorgen. Bei kleineren Distanzen zahlt die Airline dann das Bahnticket. Fährt auch kein Zug, gibt es das Geld für das Flugticket zurück.
Wird der Flug auf den nächsten Tag verschoben, übernimmt die Airline die Hotelkosten. Kommt es lediglich zu Verspätungen (ab zwei Stunden) gibt es Gutscheine für Freigetränke und Snacks.
Welche G-Regel gilt im Hotel?
Wer in einer Stadt wetterbedingt gestrandet ist und nicht weiterfahren kann, muss möglicherweise in einem Hotel oder Hostel unterkommen. Angesichts der aktuellen Corona-Lage gibt es allerdings Einschränkungen.
Da es sich bei dem Aufenthalt um einen Notfall handelt und ein „nichttouristischen Beherbergungsaufenthalt“ vorliegt, gilt grundsätzlich die 3G-Regel. Ungeimpfte müssen also einen negativen Corona-Test vorlegen. In einigen Bundesländern wie Hamburg oder Bremen gilt, nach aktueller Lage, 2G Plus. Es ist aber unwahrscheinlich, dass Ungeimpfte in so einer Lage draußen bleiben müssen. Aus Kulanzgründen könnte demnach auch hier 3G gelten.
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