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Dieser Streik legt das gesamte öffentliche Leben lahm. Die Eisenbahngewerkschaft EVG und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) wollen gemeinsam am 27. März streiken. Ziel ist es, dass für mindestens einen halben Tag keine Züge, keine Busse und keine Flüge starten. Auch Autobahnen sollen gesperrt werden. Dadurch kommt es zum Totalerliegen.

Die gute Nachricht ist, dass der Streik bisher nur geplant ist. Bis zum 23. März will die Gewerkschaft EVG mindestens einmal mit den jeweiligen Arbeitgebern zusammenkommen. Dann werde Bilanz gezogen und über weitere Maßnahmen entschieden, sagte ein EVG-Sprecher gegenüber FOCUS online. Bei der Gewerkschaft Verdi beginnt die nächste wichtige Tarifrunde am 27. März. Betroffen sind rund drei Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen.

Die schlechte Nachricht? Scheitern die Gespräche könnte der Mega-Streik am 27. März ein Vorbote für eine regelrechte Streikwelle zu Ostern sein. 

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Was droht am 27. März?

Sollten die Gespräche zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften scheitern, stehen Züge, Busse, Bahnen und Flugzeuge im Nah- und Fernverkehr still.

Beide Gewerkschaften wollen den Verkehr lahm legen. Unklar ist, ob Verdi am selben Tag auch die Müllabfuhr, Kindertagesstätte und Kliniken bestreiken wird. Einzelne Gewerkschafter wollten dieses Szenario auf Anfrage nicht kommentieren, es allerdings auch nicht ausschließen. „An Spekulationen beteiligen wir uns nicht“, sagt ein Verdi-Sprecher.

Die Folgen wären aber insgesamt brisant. Wer am 27. März verreisen will, muss mit Ausfällen rechnen. Züge werden in der Regel schon Stunden vor Streikbeginn aus dem Verkehr gezogen, so dass es auch an den Tagen zuvor zu Verspätungen und Fahrplanabweichungen kommen kann. Auch Pendler und Schüler wären betroffen. Sie kommen dann in vielen Fällen nicht zur Arbeit oder in die Schule.

Erstmals wollen die Gewerkschaften auch den Autobahnverkehr lahmlegen. Möglich wäre das über die bundeseigene Autobahn GmbH, die ebenfalls bestreikt wird.

Was passiert, wenn ich nicht in die Arbeit komme?

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten sich gut vorbereiten. Es wird zu massiven Behinderungen im Nah- und Fernverkehr kommen.

Der Warnstreik könnte mit Beginn der Frühschicht beginnen. Das Ende folgt dann nach Abschluss der Spätschicht.

Grundsätzlich gilt: Ein Streik ist keine Entschuldigung dafür, zu spät zur Arbeit zu kommen, wie der Heidelberger Rechtsanwalt Michael Eckert betont. „Sich rechtzeitig auf den Weg machen. Das kann auch bedeuten, ein, zwei Stunden früher loszufahren. Und auf jeden Fall sollte man dem Chef sagen, dass es später wird. So lässt sich Ärger vermeiden“, sagt der Experte.

Müssen Beschäftigte auf ihre Kinder aufpassen, die zum Beispiel nicht zur Schule kommen, gilt: Entweder Urlaub nehmen, Überstunden abbauen oder ins Homeoffice gehen.

Haben Schüler bei einem Streik schulfrei?

Nein. „Die Schulpflicht besteht grundsätzlich auch bei Streiks im öffentlichen Nahverkehr“, sagt ein Sprecher des Kultusministeriums. Die Schulen können aber selbst entscheiden, ob sie im Sinne der Schulbesuchsverordnung vom Unterricht befreien.

Dies könnte etwa der Fall sein, wenn die Schülerinnen und Schüler auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Alle Politiker haben bereits betont, dass die Schulen bei Fehlzeiten kulant sein müssen. Außerdem soll der Unterricht, wo immer möglich, digital stattfinden.

Eltern sollten im Vorfeld unbedingt auf Hinweise und Informationsschreiben der Schulleitung achten.

Komme ich überhaupt in die Arbeit oder in die Schule?

Kommt völlig darauf an, wo Sie wohnen.

Der Streik würde grundsätzlich überall dort gelten, wo die Gewerkschaft Verdi, die Gewerkschaft EVG und die Kommunen bei den Verkehrsbetrieben das Sagen haben. Dies wäre unter anderem in den Landkreisen und Städten der Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen der Fall. Auch andere Bundesländer wie Bremen oder Hamburg könnten von dem Mega-Streik betroffen sein. Dort ist Verdi allerdings nicht flächendeckend vertreten.

In den bestreikten Städten und Landkreisen würden Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen nicht mehr fahren. Auch Express- und Schulbusse wären betroffen. Schülerinnen und Schüler sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer könnten nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.

Auch Pendlerinnen und Pendler, die mit dem Zug oder dem Flugzeug (etwa Wochenendpendler) zur Arbeit kommen, wären betroffen.

Betroffene sollten bei kurzen Strecken prüfen, ob sie auf das Fahrrad umsteigen oder eine Home-Office-Lösung nutzen können. Wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Auto nutzen, um in die Arbeit zu kommen, sollten sie mit Staus und Verspätungen rechnen.

Fahren Sie früher los und nutzen Sie Staumelder und Stauprognosen, um sich einen Überblick über die Verkehrslage zu verschaffen.

Prüfen Sie, ob möglicherweise E-Scooter, E-Bikes von Verleihern oder Car- oder Bike-Sharing-Anbieter für Sie in Frage kommen.

Eltern sollten prüfen, ob Fahrgemeinschaften während des Streiks eine Option wären. Diese können eine gute Option sein, Zeit und Geld zu sparen, wenn die Schule zu weit vom Wohnort entfernt ist.

Was passiert, wenn mein Flug storniert wird?

Fällt ein Flug streikbedingt aus oder verspätet sich um mehr als drei Stunden, muss die Fluggesellschaft Reisenden eine alternative Beförderung zum Ziel anbieten – zum Beispiel durch eine Umbuchung auf einen anderen Flug. Weil Freitag wohl an vielen Flughäfen nichts mehr geht, muss die Reise auf Samstag verschoben werden.

In vielen Fällen buchen die Fluggesellschaften Kunden automatisch auf einen späteren Flug um.



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