Die Immobilienpreise in Bayern sind nach Angaben des Marktforschungsinstituts IVD gesunken. In München seien die Preise seit dem Herbst um 5 bis 10 Prozent gefallen. Inzwischen sei „die Kehrtwende in allen bayerischen Groß- und Mittelstädten, wenn auch in unterschiedlichem Maße, angekommen“, sagte Prof. Stephan Kippes, Leiter der IVD-Marktforschung, am Freitag in München: „Die Nachfrage ist deutlich zurückgegangen; das Angebot sowie der Spielraum für Preisverhandlungen haben sich dagegen vergrößert.“
„Der Markt ist derzeit in einer Preisfindungsphase“
Angesichts hoher Inflation, steigender Zinsen und drohender Rezession hätten viele private Interessenten ihre Kauf- oder Baupläne auf Eis gelegt. Der Verkäufermarkt der vergangenen Jahre habe sich zum Käufermarkt gewandelt. Allerdings seien die Kaufpreise immer noch sehr hoch: „Die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern passen vielfach noch nicht zusammen. Der Markt ist derzeit in einer Preisfindungsphase“, schrieben die Branchenexperten.
In München gab es schon im Herbst leichte Preisabschläge. Jetzt setzt sich der Preisrückgang laut IVD deutlich stärker fort: Neue Eigentumswohnungen seien durchschnittlich 7 Prozent günstiger, Eigentumswohnungen aus dem Bestand sogar 10 Prozent. Trotz hoher Preise seien Eigentumswohnungen in der Millionenstadt immer sehr begehrt gewesen, aber mit dem Zinsanstieg „ziehen sich nun die sogenannten Schwellenhaushalte sowie die Haushalte mit einem höheren Finanzierungsbedarf“ vermehrt zurück, sagte Kippes. Bei den anderen Objekten lägen die Abschläge zwischen 5 und 10 Prozent.
Immobilien-Preise in München gesunken: „Die Nachfrage hat sich deutlich verringert“
Auch in Augsburg zeigten „alle untersuchten Objekttypen signifikante Preisnachlässe. Die Nachfrage hat sich deutlich verringert. Das Verhalten der Kaufinteressenten ist aktuell stark selektiv, preisbewusst und zurückhaltend“, heißt es in der IVD-Studie. Im bayerischen Durchschnitt hätten die Preise für Eigentumswohnungen im Bestand mit minus 2,6 Prozent am stärksten nachgegeben.
Auch in Rosenheim habe die Nachfrage nach Wohnimmobilien wie in allen bayerischen Groß- und Mittelstädten etwas nachgelassen. „Das Objektangebot hat sich deutlich vergrößert.“ Ausnahme: „Gute Objekte in gefragten Innenstadtlagen sind nach wie vor gefragt und bleiben preislich stabil.“ Und in der Dreiflüssestadt Passau seien Neubauten schwierig, daher steige hier der Druck im Bestand. Die Kaufpreise in Passau dürften relativ stabil bleiben.
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