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Im schlimmsten Fall geraten WEGs in Zahlungsschwierigkeiten. Der Verbraucherschutzverband Wohnen im Eigentum (WiE) zeigt Wege auf, wie Betroffene reagieren können.

Die Funktion von Wirtschaftsplänen

Im Wirtschaftsplan einer WEG werden alle für das Kalenderjahr zu erwartenden Ausgaben für Verwaltung und Bewirtschaftung des Gemeinschaftseigentums aufgestellt – also auch Heizkosten.

Die kalkulierten Ausgaben und Beiträge werden dann als Hausgeld-Vorschüssen – auf die einzelnen Wohnungen verteilt. Die Verwaltung zieht dann die Hausgelder monatlich im Voraus von den Eigentümern ein.

So sollten WEGs ihren Wirtschaftsplan anpassen

Da der Wirtschaftsplan 2022 längst beschlossen ist, wurden bei der Berechnung der Ausgabenposition „Heizkosten“ und „Allgemeinstrom“ viel zu niedrige Kosten angesetzt. Deshalb drohen hohe Nachzahlungen. Um das zu verhindern, müssen die Wohnungseigentümer handeln. Dazu haben sie mehrere Möglichkeiten:

  • Erhöhung der Vorauszahlungen

Weil die Eigentümer über die Höhe des Hausgeldes auf Basis des Wirtschaftsplans entscheiden, können sie jederzeit einen neuen Wirtschaftsplan erstellen. Dabei werden die Heizkosten erhöht und die Zahlungspflichten neu berechnet. Die Änderungen muss aber die WEG beschließen.

  • Erhebung einer Sonderumlage

Alternativ können Wohnungseigentümer eine Sonderumlage beschließen. Dabei handelt es sich um eine einmalige Sonderzahlung – zweckgebunden für die Bezahlung der hohen Heizkosten. Rechtlich stellt die Sonderumlage einen Nachtrag zum Wirtschaftsplan dar.

  • Bildung einer Liquiditätsrücklage

Vorausschauende Eigentümer können in ihrer WEG die Bildung einer Liquiditätsrücklage in Betracht ziehen. Damit kann die WEG künftige Strom-, Gas- und Heizkosten.

  • Rückgriff auf die Erhaltungsrücklage

Die Erhaltungsrücklage dient in erster Linie dem Ansammeln von Rücklagen für Erhaltungsmaßnahmen. Das sind oft einzelne Reparaturen oder auch teurere Projekte wie eine umfassende energetische Sanierung. Wichtig: Die Rücklage dient nicht zum Bezahlen laufender Betriebskosten.

 

Verwalter dürfen Hausgeld nicht eigenmächtig erhöhen

Grundsätzlich gilt: Alle Maßnahmen müssen von den Eigentümern vorher beschlossen werden. „Verwalter sind nicht berechtigt, sich über den ursprünglichen Hausgeld-Beschluss der Eigentümer hinwegzusetzen, also die Zahlungspflichten der Eigentümer selbst neu festzulegen“, betont Michael Nack, Rechtsreferent des Verbraucherschutzverbandes WiE. Nur die Eigentümer könnten Hausgelder mittels Beschluss erhöhen.

Bleiben die Eigentümer-Gemei nschaften passiv und beschließen keine Erhöhung der Hausgelder, drohen bei der nächsten Jahresabrechnung hohe Nachzahlungen.

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