Studie zeigt: Wärmepumpe spart gegenüber Gasheizung mindestens 400 Euro im Jahr
Wer mit einer Wärmepumpe heizt, zahlt drauf? Stimmt nicht, sagt eine neue Studie im Auftrag des WWF. Mit den geplanten staatlichen Förderungen von bis zu 70 Prozent ist die Wärmepumpe deutlich günstiger, als eine neue Gasheizung.
Zu teuer, schwer zu bekommen und nur etwas für sanierte Häuser – die Wärmepumpe kämpft in deutschen Heizungskellern gegen viele Vorurteile. Wärmepumpen-Hersteller klagen über Auftragseinbrüche, die Förderanträge brechen ein. Dagegen wissen manche Heizungsbauer gar nicht, woher sie noch schnell eine neue Gasheizung bekommen sollen. Alles nur vorgeschoben?
Angesichts der geplanten staatlichen Förderungen heizen Wärmepumpen über die Dauer ihrer Nutzung günstiger als fossile Gasheizungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Prognos AG im Auftrag des Umweltverbands WWF, die am Montag in Berlin veröffentlicht wurde. Dies gilt der Studie zufolge auch bereits in der niedrigsten Stufe der Förderung.
Mit Solaranlage auf dem Dach lassen sich sogar rund 780 Euro im Jahr sparen
Berechnet wurden demnach für ein Haus der schlechteren Energieeffizienzklasse F die Kosten einer neuen Luft-Wasser-Wärmepumpe mit den angedachten drei Förderkategorien Grundförderung (30 Prozent), Grundförderung plus Geschwindigkeitsbonus (50 Prozent, bis 2028) sowie zusätzlichem Einkommensbonus (70 Prozent). Verglichen wurde dies mit den Kosten einer neuen Gasheizung. In allen Berechnungen habe sich die Wärmepumpe als die langfristig günstigere Option erwiesen.
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Schon die Grundförderung mache die Wärmepumpe wettbewerbsfähiger als eine Gasheizung, heißt es. Durch Grund- und Geschwindigkeitsbonus ließen sich rund 400 Euro im Jahr im Vergleich zu einer Gasheizung einsparen, in Kombination mit einer Solaranlage rund 780 Euro. Mit dem zusätzlichen Einkommensbonus würde die jährliche Ersparnis demnach rund 750 Euro betragen, mit Solaranlage sogar mehr als 1100 Euro.
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Die Studie nimmt für die Berechnung förderfähige Investitionskosten für die Wärmepumpe von 22.000 Euro plus 6000 Euro weitere Kosten an, etwa für den Austausch von Heizkörpern. Für einen neuen Gaskessel kalkulieren die Experten mit 9500 Euro zuzüglich notwendiger Nebenarbeiten über 1500 Euro. Die Investitionskosten beruhen auf einer Nutzungsdauer von jeweils 15 Jahren. Auch geltende Annahmen zur Entwicklung von CO2-Bepreisung und Energiekosten sind in der Rechnung berücksichtigt.
„Wärme- und Energiewende sind zusammen lösbar“
„Wer heute klimafreundlich handelt, handelt auch wirtschaftlich vernünftig“, erklärte dazu die Leiterin des Bereichs Klimapolitik beim WWF, Viviane Raddatz. Dies müsse den Menschen jetzt durch eine gute Kommunikation vermittelt werden. „Die Menschen brauchen Fakten, keine Meinungen, um ihr Wohnumfeld für die Zukunft richtig aufzustellen“, hob Raddatz hervor. Die Zahlen decken sich mit Berechnungen der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft CO2online, welche die Gasheizung ebenfalls als teuerste Heizungsoption nennt.
Die Regierung plant ab 2024 für den Einbau einer Wärmepumpe eine Grundförderung von 30 Prozent der Investitionskosten, wobei die förderfähigen Investitionskosten auf 30.000 Euro für ein Einfamilienhaus begrenzt werden. Für frühzeitige Umrüstungen gibt es einen zusätzlichen Geschwindigkeitsbonus von 20 Prozent. Bei zu versteuernden Einkommen bis 40.000 Euro wird ein zusätzlicher Einkommensbonus von 30 Prozent gewährt, wobei die Gesamtförderung höchstens 70 Prozent beträgt.
Der WWF wies zudem auf den zusätzlichen Effekt durch die Kombination mit einer Solaranlage hin. „Die Wärme- und Energiewende sind zusammen lösbar und sollten auch zusammen gedacht werden“, erklärte Raddatz.
pip/mit AFP
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